Auf den Tag genau zwei Jahre ist dieser Bewerb her und nachdem wir immer wieder gerne an diesen Spezialpräzisionsbewerb zurückdenken liegt es auf der Hand, einen kleinen Rückblick zu machen.

So here we go …

Nachdem 2019 langwaffenmässig etwas aufgerüstet wurde waren wir immer auf der Suche nach Einsatzmöglichkeit mit den neuen Geräten.

Der Spezialpräzisionsbewerb in MaHö kam uns da gerade recht und nach Absprache mit dem Veranstalter ( HAGs sind bei diesen Bewerben eher Exoten, da gab es eigene Anforderungen wie Hülsenfangsack, keinen Kompensator etc. ) machten wir uns guter Dinge ab nach Niederösterreich …

In der Ausschreibung waren benchrestmässige Auflagen vorgeschrieben, worunter wir uns nicht wirklich etwas vorstellen konnten und so traten wir mit herkömmlichen Sandsackauflagen an.

Beim Bewerb staunten wir allerdings nicht schlecht, was hier teilweise an Auflagen vertreten war – jegliche Verstellmöglichkeiten mit Mikrometerschrauben, Skalen, massig Gewicht und und und.
Solche Auflagen sind beim Benchresten absoluter Standard, nicht unbedingt etwas Besonderes, wurde uns erklärt 😮

Benchrest wird auf Spezialscheiben geschossen, die 10 Wertungsbereiche für je einen! Schuss sowie einen Probebereich aufweisen.

Gewertet wird wie folgt:

Eine weitere Besonderheit ist das auch das Gewicht der Waffe in der Wertung eine Rolle spielt. Kurz kann gesagt werden, dass die selbe Ringzahl mit der leichteren Waffe mehr zählt.

Die Formel dazu: H = ( 5.4432 – Waffengewicht ) / 44.36 + 1

Der Ergebnis ( Benchrestausdruck „Rohergebnis ) wird mit H ( für Handicap ) multipliziert und ergibt das Endergebnis.

Also ( Rohergebnis x Handicap ) = Endergebnis

Scheint alles etwas kompliziert, dem ist aber nicht so … wer sich im Detail für Benchrest interessiert findet auf Wikipedia einen kurzen Artikel mit weiterführenden Links.

Einstweilen genug von der Technik …

Das Match

  • 3 Durchgänge ( 3 Target Match ) innerhalb von jeweils 15 Minuten inkl. Probe auf 100 Meter
  • Die Durchgänge werden in unterschiedlichen Zeitabständen auf verschiedenen Ständen geschossen.
  • Nach jedem Durchgang 15 Minuten Pause für den Scheibenwechsel, währenddessen darf der nachfolgende Schütze Auflagen und Gewehr „ohne Verschluss“ einrichten.

Unsere Startzeiten waren dementsprechend für Durchgang 1 um 11:00, Durchgang 2 um 13:30 und Durchgang 3 um 15:30 – also schön über ( fast ) den ganzen Tag verteilt.

In den 15 Minuten mussten 10 Wertungstreffer in die dafür vorgesehenen Bereiche gesetzt werden, Probeschüsse konnten beliebig viele abgeben werden.

Mit dem ersten Durchgang waren wir ziemlich schnell fertig – da hatten wir noch sehr den Ablauf eines sSLG1 Bewerbes im Kopf 😉
Natürlich machte ich gleich mal einen Fehler; einer meiner Probeschüsse kratzte den Wertungsbereich an – der Kampfrichter hatte aber ein Auge auf alle Schützen und dieser „Fehlschuss“ wurde anschließend als Probeschuß markiert.

Bis zum nächsten Durchgang hatten wir lockere 105 Minuten Zeit, in denen wir einen Crashkurs in Sachen Benchrest bekamen.

Wir erfuhren einiges vom Setup der Geräte, so gibt es zum Beispiel kein unteres Limit beim Abzugsgewicht – das lag bei den Profis so bei 200 – 600g, im Vergleich zu „unsren“ 1,5kg doch ein merklicher Unterschied.
Detto kein Limit bei den Vergrößerungen vom Zielfernrohr, die fingen bei 30fach an, auch ein 40er war vertreten – lässig!
Auch gibt es für Benchrest eigene Kaliber, etwa 6PPC und .30BR.
Die Pause zwischen den Durchgängen wurde von den anderen Schützen auch dazu benutzt um das Gewehr zu putzen … damit eben immer die selben Voraussetzungen gegeben sind.

Bei Runde 2 machte ich den nächsten Fauxpaus … klarerweise hat jeder Schütze seine eigene Scheibe.
Nachdem aber im Zielbereich für jeden Stand eine Scheibe gesteckt wurde, war nur jeder zweite Stand durch Schützen belegt … und im Eifer des Gefechts beschoss ich nicht meine zugewiesene, sondern die Scheibe links von mir.

Wäre nach dem Regelwerk Pech für den Schützen, sprich eine Nullserie. Freundlicherweise wurde meine Scheibe aber trotzdem gewertet – Newbie Bonus, quasi 🙂

In dieser Runde nahmen wir uns schon etwas mehr Zeit, aber 15 Minuten für 10 Wertungstreffer hatten wir trotzdem nicht ausgeschöpft.

Crashkurs Teil 2 in der Pause von 14:45 – 15:30 und die Tipps wurden konkreter … die Schussabgabe erfolgt nicht mit satt an der Schulter anliegendem Schaft, nein, das geht anders.
Das Gewehr wird präzise eingerichtet ( deshalb auch die vielen Verstellmöglichkeiten der Auflage ), beim Abziehen bemüht man sich dann um relativ wenigen Kontakt mit dem Gerät – da hilft ein geringes Abzugsgewicht natürlich auch sehr.
So nebenbei beobachtet man beim Einrichten die seitlich aufgestellten Windfahnen und gibt im Optimalfall den Schuss immer bei der gleichen Ausrichtung eben dieser jener ab.

Beim letzten Durchgang in Runde 3 versuchten wir einiges an Ratschlägen umzusetzen, was sich aber auf Grund unsres „Materials“ teilweise doch als arg schwierig erwiesen hatte ( nichtsdestotrotz gab es bei mir von Runde zu Runde eine Steigerung – Rohergebnis von 155 über 345 auf 360 )

Zeitmässig wie gehabt, wieder viel schneller fertig gewesen, aber leider gab es keine Bonuspunkte dafür.

Anfangs wurden wir mit unsren AR15 etwas belächelt, aber nachdem wir mit ziemlichen Ernst an die ganze Sache rangegangen sind hat sich das schnell gelegt und wir wurden sehr freundlich von der Runde aufgenommen.

Rangliste .22 – 6.5mm

Bei der abschließenden Siegerehrung dauerte es erwartungsgemäß ein Weilchen bis unsre Namen aufgerufen wurden 😉

Nach einem kurzen, familiären Beisammensitzen ( insgesamt waren 19 Teilnehmer mit 22 Starts in 2 Klassen ) machten wir uns anschließend mit einem Haufen Tipps für einen eventuellen nächsten Bewerb und voller neuer Eindrücke auf in Richtung Heimat.

MaHö Benchrestbewerb 2019 – Fazit:

Unser allererstes „Benchresten“ , etwas blauäugig angetreten, war trotz des zu erwartetenden Ergebnisses ein netter Bewerb ( immerhin hätten wir die HA Klasse gewonnen, so ferne es denn eine gegeben hätte 😉 ), wir haben einiges an Erfahrung mitnehmen können und wieder eine neue Bewerbsart kennengelernt.

Wer weiß, vielleicht sich man sich wieder einmal beim Benchresten …

Danke für den interessanten Bewerb an das MaHö Team rund um Bernd!


Nau, wie geht’s euch denn so mit den Halbautomaten?

ein Wettkampfrichter


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